Boah, ihr Lieben, ich ertrinke in Kürbissen! Die Pflanzen haben sich im Sommer so richtig breitgemacht und ordentlich Früchte entwickelt. Normalerweise würde ich jetzt den Einkochtopf rausholen. Aber diesmal habe ich beschlossen, meinen Kürbis einzufrieren statt einzukochen, und warum das bei Kürbis die bessere Idee ist, erzähle ich dir gleich.

Dieser Beitrag ist die Basis für meinen ganzen Kürbis-Tag: ein großer Vorrat aus Hokkaido-Püree und Kürbiswürfeln für die Gefriertruhe. Daraus entstehen später Brot und Gnocchi, und vom Kürbis wird nichts weggeworfen. Die Schale bleibt dran, und die Kerne werden geröstet. Noch mehr Ideen aus meiner Küche findest du bei allen meinen Rezepten.

Im Video zeige ich dir meinen ganzen Kürbis-Tag: vom Kürbisberg über Püree und Würfel bis zu allen fünf Rezepten.

Im Video zeige ich dir ab 3:04 ausführlich das Rezept.

⚠️ Wichtig: Kürbis lieber einfrieren als einkochen

Kürbis ist ein säurearmes Gemüse. Kürbispüree, Kürbismus und alles Pürierte oder Dicke mit Kürbis, also auch Soßen, Currys oder Chili, kannst du zu Hause nicht sicher einkochen, weder im Wasserbad noch im Druck-Einkocher. Im normalen Einkochtopf erreichst du nur etwa 100 °C. Das reicht bei säurearmem Gemüse nicht, um Botulismus-Sporen sicher abzutöten, und bei dickem Püree kommt die Hitze nicht zuverlässig bis in die Mitte des Glases. Auch Tomate macht eine Kürbissoße nicht automatisch sicher, weil der Kürbis die Säure senkt.

Die einzige getestete Methode für Kürbis im Glas sind Kürbiswürfel (ca. 2,5 cm, nicht püriert, nicht gestampft) im Druck-Einkocher, genau nach der Anleitung des NCHFP und deines Geräts. Für alles andere gilt: einfrieren. Das ist einfach und sicher.

Quellen: NCHFP: Beware: Pumpkin Butter, NCHFP: Pumpkins and Winter Squash, cubed, Penn State Extension: Preserving Pumpkin Puree Safely at Home, University of Illinois Extension: Preserving Pumpkin, BfR: Fragen und Antworten zum Botulismus.

Ehrlich gesagt hat mich das selbst überrascht, ich koche ja sonst wirklich alles ein. Aber ich habe mich extra schlau gemacht, und die Quellen findest du oben im Kasten. Deshalb wird bei mir diesmal nicht die Vorratskammer voll, sondern die Gefriertruhe.

Kürbis einfrieren: die Basis für den ganzen Winter

Ein Vorrat aus Püree und Würfeln spart dir im Winter richtig viel Arbeit. Das Püree ist die Grundlage für Brot, Gnocchi, Kuchen oder Suppe, und die Würfel nimmst du einfach so, wie du sie gerade brauchst. Beim Hokkaido musst du nicht schälen, die Schale bleibt dran. Nur die Kerne kommen raus.

Aus 3 kg Hokkaido werden ungefähr 2,5 kg Püree. Davon gehen bei mir 500 g direkt in mein Hokkaido-Kürbisbrot aus der Kastenform und ungefähr 400 g in die Kürbis-Gnocchi mit Salbeibutter. Der Rest wandert portionsweise in die Truhe. Und dann guck dir mal diese Farbe an: Das ist nur Kürbis, sonst nichts.

Ungewürztes Püree taugt übrigens auch als Topping fürs Hundefutter. Wenn du wie ich Hunde im Haus hast, ist das eine schöne Verwendung für die letzten Löffel.

Hokkaido ernten und lagern

Bevor es in die Küche geht, kurz zur Ernte, denn gut gelagerte Kürbisse halten dir ein paar Monate:

  • Reif ist der Hokkaido, wenn der Stiel holzig und trocken ist und es hohl klingt, wenn du draufklopfst.
  • Schneide ihn immer mit einem Stück Stiel ab und reiß ihn nicht ab, sonst kann da Fäulnis rein.
  • Lass die Kürbisse dann ein, zwei Wochen warm und trocken nachreifen.
  • Danach lagerst du sie kühl, aber frostfrei und luftig. Nicht auf den Boden legen und nicht stapeln.
  • Kürbisse mit einer Macke oder Delle verarbeitest du zuerst.
Symbolbild: Berg reifer Hokkaido-Kürbisse nach der Ernte auf einem Holzbrett im Garten
Symbolbild: so sieht der Kürbisberg nach der Ernte aus.

Zutaten

Für das Kürbispüree

  • 3 kg Hokkaido (mit Schale, ohne Kerne), gewürfelt
  • ca. 150 ml Wasser

Ergibt: ca. 2,5 kg Püree · Zeit: ca. 45 Minuten

Für die eingefrorenen Kürbiswürfel

  • Hokkaido (mit Schale, ohne Kerne) nach Bedarf, also so viel, wie du nicht anderweitig verarbeitest, in Würfeln von 2–3 cm
  • Wasser zum Blanchieren und kaltes Wasser zum Abschrecken

Zeit: ca. 30 Minuten, plus ca. 4 Stunden Vorfrieren

Zubereitung

Kürbispüree

  1. Die Kürbiswürfel mit wenig Wasser zugedeckt 15–20 Minuten weich dämpfen. Alternativ auf dem Blech bei 200 °C ca. 30 Minuten rösten, dann schmeckt das Püree intensiver.
  2. Fein pürieren und vollständig abkühlen lassen.
  3. Portionsweise in Gefrierdosen oder Gefrierbeutel füllen (z. B. 250 g und 500 g), beschriften und flach einfrieren.

Ich mache Portionen mit 250 und 500 g und friere sie flach ein, dann tauen sie schneller auf. Wer’s intensiver mag, röstet die Würfel vorher im Ofen, statt sie zu dämpfen.

Kürbiswürfel

  1. Die Würfel (2–3 cm) 3 Minuten blanchieren.
  2. In kaltem Wasser abschrecken und gut abtupfen.
  3. Einzeln auf einem Blech ca. 4 Stunden vorfrieren.
  4. In Portionen von etwa 500 g in Gefrierbeutel umfüllen. So kleben sie nicht zusammen, und du kannst genau so viel entnehmen, wie du brauchst.

Für die Würfel nehme ich einfach den Kürbis, den ich gerade nicht anders verarbeite, eine feste Menge gibt es dafür also nicht. Eingefroren wird in Paketen von ungefähr 500 g. Theoretisch könntest du Kürbiswürfel auch im Druck-Einkocher haltbar machen, das ist laut NCHFP die einzige getestete Methode für Kürbis im Glas, und zwar nur genau nach deren Anleitung und der deines Geräts. Ich habe keinen Druck-Einkocher, deshalb kommen meine Würfel in die Truhe.

Symbolbild: Kürbispüree portioniert und beschriftet in Gefrierbeuteln und Dosen
Symbolbild: Püree portioniert und beschriftet, bereit für die Truhe.
Hokkaido-Kürbis in Würfeln mit Schale auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech

Kürbispüree zum Einfrieren

Aus Hokkaido mit Schale wird ein leuchtend oranges Püree für die Truhe. Es ist die Basis für Brot, Gnocchi, Kuchen oder Suppe, und du hast im Winter immer was Fertiges parat.
Gesamtzeit 45 Minuten
Portionen: 2.5 kg Püree
Gericht: Vorrat

Zutaten
  

  • 3 kg Hokkaido mit Schale, ohne Kerne, gewürfelt
  • 150 ml Wasser ca.

Methode
 

  1. Die Kürbiswürfel mit wenig Wasser zugedeckt 15–20 Minuten weich dämpfen. Alternativ auf dem Blech bei 200 °C ca. 30 Minuten rösten, dann schmeckt das Püree intensiver.
  2. Fein pürieren und vollständig abkühlen lassen.
  3. Portionsweise in Gefrierdosen oder Gefrierbeutel füllen (z. B. 250 g und 500 g), beschriften und flach einfrieren.

Notizen

Kürbispüree bitte nicht einkochen, sondern einfrieren. Kürbis ist säurearm, und im normalen Einkochtopf erreichst du nur etwa 100 °C. Das reicht nicht, um Botulismus-Sporen sicher abzutöten. Mehr dazu im roten Kasten oben im Beitrag.
Im Gefrierschrank hält das Püree ca. 6–12 Monate. Zum Auftauen stellst du die Portion in den Kühlschrank. Flach eingefroren taut sie schneller auf.
Hokkaido-Kürbis in Würfeln mit Schale auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech

Kürbiswürfel einfrieren

Kurz blanchiert und einzeln vorgefroren kleben die Hokkaido-Würfel nicht zusammen. So nimmst du dir im Winter genau so viel aus der Truhe, wie du gerade brauchst.
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Vorfrieren 4 Stunden
Gesamtzeit 4 Stunden 30 Minuten
Gericht: Vorrat

Zutaten
  

  • Hokkaido mit Schale, ohne Kerne, nach Bedarf, in Würfeln von 2–3 cm
  • Wasser zum Blanchieren
  • kaltes Wasser zum Abschrecken

Methode
 

  1. Die Würfel (2–3 cm) 3 Minuten blanchieren.
  2. In kaltem Wasser abschrecken und gut abtupfen.
  3. Einzeln auf einem Blech ca. 4 Stunden vorfrieren.
  4. In Portionen von etwa 500 g in Gefrierbeutel umfüllen. So kleben sie nicht zusammen, und du kannst genau so viel entnehmen, wie du brauchst.

Notizen

Für die Würfel nimmst du einfach den Kürbis, den du gerade nicht anders verarbeitest. Ich friere sie ein, statt sie einzukochen: Kürbis ist säurearm, und im normalen Einkochtopf mit etwa 100 °C werden Botulismus-Sporen nicht sicher abgetötet. Mehr dazu im roten Kasten oben im Beitrag.

Einfrieren & Haltbarkeit

  • Püree hält im Gefrierschrank ca. 6–12 Monate. Mit der Zeit lässt die Qualität nach, nicht die Sicherheit.
  • Püree im Kühlschrank auftauen.
  • Flach eingefroren tauen die Portionen schneller auf.
  • Immer beschriften, sonst stehst du im Februar vor der Truhe und fragst dich: War das jetzt Kürbis oder Möhre?
  • Würfel nach dem Vorfrieren in Portionen von etwa 500 g im Beutel lagern und nach Bedarf entnehmen.

Für mich ist Einfrieren bei Kürbis einfach die entspannteste Lösung: kein Rätselraten, ob das Glas wirklich sicher ist, und im Winter nehme ich genau die Portion raus, die ich brauche. Mir ist eine volle Truhe lieber als ein Risiko.

Häufige Fragen

Kann man Kürbis einkochen?

Kürbispüree, Kürbismus, Soßen oder Currys mit Kürbis kannst du zu Hause nicht sicher einkochen, weder im Wasserbad noch im Druck-Einkocher. Die einzige getestete Methode sind Kürbiswürfel im Druck-Einkocher nach der Anleitung des NCHFP. Alles andere frierst du am besten ein, mehr dazu im roten Kasten oben.

Muss man Hokkaido vor dem Einfrieren schälen?

Nein. Beim Hokkaido bleibt die Schale dran, du nimmst nur die Kerne raus. Und die musst du nicht wegwerfen: Wie du sie röstest, zeige ich dir im Rezept für die Kürbis-Gnocchi.

Wie lange hält eingefrorenes Kürbispüree?

Im Gefrierschrank hält Kürbispüree ungefähr 6–12 Monate. Danach lässt die Qualität langsam nach. Zum Auftauen stellst du die Portion am besten in den Kühlschrank.

Fazit: Die Truhe ist voll

Ehrlich gesagt war das ganz schön viel Arbeit. Aber ich finde es nicht besonders toll, Kürbisse klein zu schneiden, und genau diesen Teil habe ich jetzt hinter mir. Ab jetzt gehe ich einfach an den Gefrierschrank, hole mir das Fertige raus und kann gleich loskochen.

Ein Kürbis-Tag, und die Truhe füllt sich: Püree für Brot und Gnocchi, Würfel für den Winter und nichts landet im Müll. Wenn du gleich weitermachen willst, probier meine Kürbis-Tomatensoße für die Truhe, die ist das nächste Rezept vom Kürbis-Tag.

Und jetzt bist du dran: Was machst du mit deinen Kürbissen? Kochst du ein, frierst du ein oder isst du sie einfach weg? Schreib es mir gern unten in die Kommentare.

Neue Videos aus meiner Küche, dem Garten und vom Hof gibt es jeden Sonntag um 9 Uhr auf meinem YouTube-Kanal Raus auf´s Land. Alle Rezepte hier im Blog findest du unter Rezepte.

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