Jetzt kommt mein Lieblingsteil vom Kürbis-Tag: Kürbis-Gnocchi, selbstgemacht, und zwar zum allerersten Mal. Das sieht kompliziert aus, ist es aber nicht. Nur jede Menge Fleißarbeit. Rollen, schneiden, rollen, schneiden, das ist fast schon meditativ. Dazu gibt es Salbeibutter und knackige Kürbiskerne, und die sind eigentlich Abfall, der zum Topping wird.

Das Püree für die Gnocchi stammt aus meinem Kürbis-Vorrat. Die meisten Gnocchi friere ich roh ein, und eine Portion gibt es gleich am Abend.

Im Video siehst du, wie ich zum ersten Mal Gnocchi gemacht habe, mit ganz viel Teig an den Fingern.

Im Video zeige ich dir ab 24:44 ausführlich das Rezept.

Kürbis-Gnocchi selber machen: der wichtigste Tipp

Ganz wichtig: Das Püree muss so trocken wie möglich sein. Sonst brauchst du eine Tonne Mehl, und die Gnocchi werden zäh wie Gummi. Ich lasse das Püree deshalb 5–10 Minuten ohne Deckel im Topf einkochen. Du kannst es auch in einem Tuch ausdrücken. Wer mag, röstet die Hokkaido-Spalten zuerst im Ofen, statt sie zu kochen, und püriert sie dann. Das Püree ist dann gleich trockener.

Je trockener das Püree, desto weniger Mehl brauchst du und desto lockerer werden die Gnocchi. Und es kann beim Einfrieren weniger Wasser Eiskristalle bilden. Beim Teig gilt: Gib das Mehl nach und nach dazu und knete nur so lange, bis er zusammenhält. Die Kartoffeln drückst du heiß durch die Presse und lässt sie gut ausdampfen und abkühlen.

Zutaten

Menge: ca. 4 Portionen (ca. 1 kg Gnocchi) · Zeit: ca. 1 Stunde 15 Minuten, plus Antrocknen und Vorfrieren

Für die Gnocchi

  • 400 g Kürbispüree (möglichst trocken)
  • 400 g mehligkochende Kartoffeln (in der Schale im Ofen gebacken oder gedämpft, heiß durch die Presse gedrückt, ausgedampft und abgekühlt)
  • ca. 250–300 g Mehl (Type 405 oder Dinkel 630), plus Hartweizengrieß oder Mehl zum Bestäuben
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Salz
  • Muskat nach Geschmack
  • ca. 30 g geriebener Parmesan

Zum Servieren

  • 60 g Butter
  • ein paar Salbeiblätter
  • geröstete Kürbiskerne nach Geschmack
  • Parmesan nach Geschmack

Für die gerösteten Kürbiskerne

  • Kerne aus 2–3 Hokkaidos
  • 1 TL Öl
  • Salz nach Geschmack

Zubereitung

Kürbiskerne rösten

  1. Die Kerne in einer Schüssel Wasser von den Fasern befreien, abspülen und auf einem Tuch über Nacht trocknen lassen. Tipp: nicht das schönste Geschirrtuch nehmen, es wird orange.
  2. Mit 1 TL Öl und Salz mischen und einlagig auf einem Blech bei ca. 160 °C 12–15 Minuten rösten, bis sie duften und knacken.
  3. Im Schraubglas aufbewahren, dort halten sie 1–2 Wochen.

Die Kerne kommen bei mir nicht auf den Kompost. Am Vortag wasche ich sie und lasse sie über Nacht trocknen, und beim Rösten hörst du dann, wann sie fertig sind: Knack. So müssen die sein.

Gnocchi

  1. Das Püree in einem Topf ohne Deckel 5–10 Minuten einkochen lassen oder in einem Tuch ausdrücken.
  2. Püree, Kartoffeln, Eigelb, Salz, Muskat und Parmesan mischen. Das Mehl nach und nach einarbeiten, bis ein weicher, kaum noch klebriger Teig entsteht. Nicht zu lange kneten.
  3. Den Teig in Portionen teilen, zu fingerdicken Rollen formen, in 2 cm lange Stücke schneiden und nach Wunsch über eine Gabel rollen.
  4. Zum Sofort-Essen: Die Gnocchi in siedendem Salzwasser garen, bis sie aufsteigen, und abschöpfen.
  5. Die Butter mit dem Salbei aufschäumen, die Gnocchi darin kurz schwenken und mit Kürbiskernen und Parmesan servieren.
Franziska in der Küche mit Gnocchi-Teig an den Fingern
Gnocchi-Teig klebt überall, aber es lohnt sich.
Selbstgemachte Kürbis-Gnocchi mit Gabelrillen auf einem Backblech, daneben der restliche Gnocchi-Teig

Kürbis-Gnocchi mit Salbeibutter und gerösteten Kürbiskernen

Selbstgemachte Gnocchi aus Hokkaido-Püree und Kartoffeln, in Salbeibutter geschwenkt und mit knackigen Kürbiskernen obendrauf. Das ist ein bisschen Fleißarbeit, aber mit trockenem Püree kein Hexenwerk, und der Rest wandert roh in die Truhe.
Gesamtzeit 1 Stunde 15 Minuten
Portionen: 4
Gericht: Hauptgericht

Zutaten
  

Für die Gnocchi
  • 400 g Kürbispüree möglichst trocken
  • 400 g mehligkochende Kartoffeln in der Schale im Ofen gebacken oder gedämpft, heiß durch die Presse gedrückt, ausgedampft und abgekühlt
  • 250–300 g Mehl ca., Type 405 oder Dinkel 630
  • Hartweizengrieß oder Mehl zum Bestäuben
  • 1 Eigelb
  • 1 TL Salz
  • Muskat nach Geschmack
  • 30 g geriebener Parmesan ca.
Zum Servieren
  • 60 g Butter
  • ein paar Salbeiblätter
  • geröstete Kürbiskerne nach Geschmack
  • Parmesan nach Geschmack
Für die gerösteten Kürbiskerne
  • Kerne aus 2–3 Hokkaidos
  • 1 TL Öl
  • Salz nach Geschmack

Methode
 

Kürbiskerne rösten
  1. Die Kerne in einer Schüssel Wasser von den Fasern befreien, abspülen und auf einem Tuch über Nacht trocknen lassen. Tipp: nicht das schönste Geschirrtuch nehmen, es wird orange.
  2. Mit 1 TL Öl und Salz mischen und einlagig auf einem Blech bei ca. 160 °C 12–15 Minuten rösten, bis sie duften und knacken.
  3. Im Schraubglas aufbewahren, dort halten sie 1–2 Wochen.
Gnocchi
  1. Das Püree in einem Topf ohne Deckel 5–10 Minuten einkochen lassen oder in einem Tuch ausdrücken.
  2. Püree, Kartoffeln, Eigelb, Salz, Muskat und Parmesan mischen. Das Mehl nach und nach einarbeiten, bis ein weicher, kaum noch klebriger Teig entsteht. Nicht zu lange kneten.
  3. Den Teig in Portionen teilen, zu fingerdicken Rollen formen, in 2 cm lange Stücke schneiden und nach Wunsch über eine Gabel rollen.
  4. Zum Sofort-Essen: Die Gnocchi in siedendem Salzwasser garen, bis sie aufsteigen, und abschöpfen.
  5. Die Butter mit dem Salbei aufschäumen, die Gnocchi darin kurz schwenken und mit Kürbiskernen und Parmesan servieren.
Roh einfrieren
  1. Die Gnocchi einzeln und mit etwas Abstand auf ein mit Grieß oder Mehl bestäubtes Blech mit Backpapier legen.
  2. Ca. 1 Stunde an der Luft antrocknen lassen, bis sich eine leichte Haut bildet. Dann zerfallen sie später im Wasser nicht.
  3. Danach ausgebreitet auf dem Blech ca. 1–3 Stunden vorfrieren, bis sie hart sind, und erst dann in Gefrierbeutel füllen (Luft rausdrücken, Datum drauf).
  4. Gefroren kochen, nicht auftauen: direkt in leicht siedendes Salzwasser geben, am besten in kleinen Portionen, damit das Wasser heiß bleibt. Sie sind fertig, wenn sie oben schwimmen, ca. 1–2 Minuten länger als frische.

Notizen

Das Wichtigste: Dein Püree muss so trocken wie möglich sein, sonst brauchst du zu viel Mehl und die Gnocchi werden zäh.
Friere die Gnocchi roh ein, nicht gekocht, und koche sie gefroren, ohne sie aufzutauen. Am besten isst du sie innerhalb von 1–2 Monaten, spätestens nach ca. 3 Monaten.
Ergibt ca. 1 kg Gnocchi.

Einfrieren & Haltbarkeit

  • Roh einfrieren, nicht gekocht: Die Gnocchi einzeln und mit etwas Abstand auf ein mit Grieß oder Mehl bestäubtes Blech mit Backpapier legen.
  • Ca. 1 Stunde an der Luft antrocknen lassen, bis sich eine leichte Haut bildet. Dann zerfallen sie später im Wasser nicht.
  • Danach ausgebreitet auf dem Blech ca. 1–3 Stunden vorfrieren, bis sie hart sind, und erst dann in Gefrierbeutel füllen (Luft rausdrücken, Datum drauf).
  • Gefroren kochen, nicht auftauen: direkt in leicht siedendes Salzwasser geben, am besten in kleinen Portionen, damit das Wasser heiß bleibt. Sie sind fertig, wenn sie oben schwimmen, ca. 1–2 Minuten länger als frische.
  • Am besten innerhalb von 1–2 Monaten essen, höchstens nach ca. 3 Monaten. Danach leidet die Qualität (Gefrierbrand).
  • Geröstete Kerne im Schraubglas: 1–2 Wochen.

Du weißt ja, gekochte Kartoffeln einfrieren ist eher so naja, die werden wässrig. Im Gnocchi-Teig ist das was anderes: Die Kartoffel ist schon zerdrückt und ausgedampft, das Mehl bindet das freie Wasser, und die kleinen Stücke frieren ruckzuck durch. Weil sie gefroren direkt ins heiße Wasser kommen, gibt es keine Auftauphase, in der Wasser austreten kann. Im Vergleich zu frischen Gnocchi sind sie vielleicht einen Hauch weicher, aber mit Salbeibutter merkst du das kaum.

Quellen zum Einfrieren: America’s Test Kitchen: Freezing Gnocchi, Serious Eats: Gnocchi alla Sorrentina, Cookist: Come conservare gli gnocchi crudi e cotti.

Symbolbild: Kürbis-Gnocchi in Salbeibutter mit knusprigem Salbei und gerösteten Kürbiskernen auf einem Teller
Symbolbild: so lecker sehen die Gnocchi in Salbeibutter mit Kernen aus.

Häufige Fragen

Kann man Kürbis-Gnocchi einfrieren?

Ja, und zwar roh. Lass sie auf dem Blech ungefähr eine Stunde antrocknen, friere sie ausgebreitet vor und füll sie dann in Beutel. Am besten isst du sie innerhalb von 1–2 Monaten, spätestens nach etwa 3 Monaten.

Muss man Gnocchi vor dem Kochen auftauen?

Nein, bitte nicht, sonst werden sie matschig. Gib sie gefroren direkt in leicht siedendes Salzwasser. Sie brauchen ungefähr 1–2 Minuten länger als frische und sind fertig, wenn sie oben schwimmen.

Warum werden meine Kürbis-Gnocchi zäh?

Meistens ist das Püree zu nass. Dann braucht der Teig zu viel Mehl, und die Gnocchi werden zäh. Koch das Püree vorher ein oder drück es aus, und knete den Teig nur so lange, bis er zusammenhält.

Fazit

Boah, diese Gnocchi sind mein absolutes kulinarisches Oberhighlight. Ich liebe ja Gnocchi, aber selbst gemacht hatte ich sie vorher noch nie, und mit Kürbis schon gar nicht. Es war ganz schön viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt: Jetzt ist mein ganzer Gefrierschrank voll mit Gnocchi, und Salbeibutter ist total schnell gemacht. Und mit dem knusprigen Salbei drin ist die einfach super lecker. Mir läuft schon beim Schreiben das Wasser im Mund zusammen.

Selbstgemachte Gnocchi klingen nach viel Arbeit, aber mit trockenem Püree und ein bisschen Geduld beim Rollen ist das kein Hexenwerk. Und mit einem Beutel davon in der Truhe hast du im Winter schnell was Besonderes auf dem Teller. Hast du schon mal Gnocchi selbst gemacht? Schreib es mir gern in die Kommentare.

Wenn du mal Abwechslung zur Salbeibutter willst, probier die Gnocchi doch mit meiner Kürbis-Tomatensoße.

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